Festspielbeginn mit Verzögerung
Da spielte der Wettergott nach seinen eigenen Regeln. Pünktlich zur Premiere am 19. Juni führte ein heftiges Gewitter dazu, dass die Eröffnungsveranstaltung buchstäblich ins Wasser fiel. Nichts war es mit der Komödie "Liebe alla Woddy", mit der Boris Weber und die Freie Bühne Neuwied die Festspiele 2026 eröffnen wollten.
Mit einem Tag Verzögerung ging es dann mit einem Blues-Konzert in der Abteikirche los.

ADREAS KÜMMERT - KONZERT
Dass die historischen Mauern der ehemaligen Abteikirche Rommersdorf locker auch einem fetten Rocksound standhalten, bewies Andreas Kümmert mit seiner Band. Der renommierte Künstler trat anlässlich eines Jubiläumskonzerts zum zehnjährigen Bestehen der Bluesfreunde Neuwied (BFN) auf. Kümmert, einst Sieger bei „The Voice of Germany“, machte rasch deutlich, warum er sich mittlerweile einen sehr guten Ruf als Blues- und Rockinterpret erspielt hat. Auch seine beachtlichen Fähigkeiten auf der Gitarre brachte er immer wieder wirkungsvoll zur Geltung.

Formidabel unterstützt wurde er dabei von seinem Electric Circus, der an diesem Abend aus Bassist Asbjörn Gärtner und Drummer Michael Germer bestand.
Juri und das AlpakaLamaDrama

Auch für die Kleinsten ist bei den Festspiele jedes Jahr etwas dabei. Mit einem Stück um ein ein sprechendes Lama, das im Zirkus eine Kariere machen will, haben Boris Weber und Tammy Sperlich die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer schnell auf ihrer Seite. Rührend gespielt und gesungen von den beiden Heimbach-Weiser Schauspielern, gleichzeitig ein Stück zum Nachdenken ob Erfolg um jeden Preis sein soll.

Gustav Peter Wöhler Band

Ein Konzert zum Genießen: Schauspieler, die auch musikalisch überzeugen, sind bei den Festspielen in der Abtei Rommersdorf keine Seltenheit. Gustav Peter Wöhler und seine Band gegeisterten das Publikum im Englischen Garten der Abtei mit vielen bekannten Hits vergangener Jahrzehnte.
Der Theater- und Fernsehschauspieler Wöhler präsentierte die Songs auf eindrucksvolle Weise neu und sorgte damit für einen stimmungsvollen Sommerabend vor der eindrucksvollen Kulisse der alten Abtei.
Sonderprogramm für Senioren
Kulturgenuss in besonderer Atmosphäre: Diesmal lud die Stadt Neuwied Seniorinnen und Senioren in die Abtei Rommersdorf ein. Eingebettet in die Festspielreihe standen gestern zwei unterhaltsame Veranstaltungen auf dem Programm.


Am Mittag begeisterte Alice Hoffmann, vielen als „Hilde“ aus der TV-Kultserie Familie Heinz Becker bekannt, mit ihrem Kabarettprogramm „Torschlusspanik“ im Englischen Garten. Mit viel Humor, scharfem Blick auf den Alltag und einer gehörigen Portion Selbstironie reflektiert sie ihr Leben in dem sie „ihre“ To-Do-Liste abarbeitet oder stellt fest, dass die englische Sprache viel mit dem saarländischen Dialekt verbindet. Gute Unterhaltung vor dem Mittagessen!


Am Abend folgte in der Kirche der Abtei die szenische Lesung „Alte Liebe“* mit den Schauspielern Ulrike Kriener und Georg Weber. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Elke Heidenreich und Bernd Schröder erzählt das Stück von den Höhen und Tiefen einer langjährigen Ehe. Mal humorvoll, mal berührend und stets lebensnah wirft es einen Blick auf Liebe, Gewohnheiten und das gemeinsame Älterwerden.
Trotz großer Hitze hatten die Besucher ihren Spaß und beste Unterhaltung.
Ausverkauftes Haus, beste Unterhaltung und jede Menge Sprachwitz!


Wenn Schauspieler Walter Sittler bei den Festspielen in Rommersdorf zu Gast ist, sind volle Reihen garantiert. Vor allem dann, wenn er in prominenter Begleitung erscheint. In diesem Jahr hatte Sittler den Schauspielerkollegen Johann von Bülow dabei. Gemeinsam begeisterten die beiden das Publikum mit der Lesung: „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort“ - Weltgeschichte der Lüge!
Mit viel Humor, Spielfreude und feinem Sprachwitz nahmen die beiden historische und politische Unwahrheiten unter die Lupe – mal augenzwinkernd, mal nachdenklich, aber immer unterhaltsam.
Ein gelungener Abend, den rund 320 Gäste in der besonderen Atmosphäre der Abtei Rommersdorf sichtlich genossen haben.
Chor-Konzert
Angekündigt war es als "Wandelkonzert". Geplant war der Wechsel der Bühne von der Kirche in den Englischen Garten.


Wetterbedingt konnte dann das Konzert der beiden Chöre aus Gladbach und Heimbach-Weis aber nur in der Abteikirche stattfinden. Der Frauenchor "Cäcilia" Gladbach und der Gesang-Verein "Rheinperle" Weis konnten dennoch den Gästen der Veranstaltung ein abwechslungsreiches Programm bieten. Mit ihrer musikalischen Vielfalt und großer Freude am gemeinsamen Singen boten die Chöre beste Unterhaltung und ein besonderes Klangerlebnis in der stimmungsvollen Atmosphäre der Abteikirche.

MAYBEBOP

Sie gehören seit vielen Jahren zu den absoluten Höhepunkten der Rommersdorf Festspiele. Das mehrfach ausgezeichnete A-cappella-Quartett begeistert mit Gesang auf höchstem Niveau und sorgt regelmäßig für restlos ausverkaufte Konzerte. Auch in diesem Jahr verwandelten die vier Ausnahmekünstler die Kirche der Abtei in einen außergewöhnlichen Konzertsaal.

Perfekt aufeinander abgestimmte Stimmen, virtuose Arrangements und eine beeindruckende Lichtshow schufen immer wieder unvergessliche Gänsehaut-Momente.
Mit ihrem unverwechselbaren Humor, ihrer mitreißenden Bühnenpräsenz und der charmanten Interaktion mit dem Publikum rissen sie die Zuhörer von der ersten bis zur letzten Minute mit. Lang anhaltender Applaus war der eindrucksvolle Beweis für einen Konzertabend der Extraklasse, der den Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Mit „Kinderkram“ präsentierte die Band ihr speziell auf die jüngeren Besucher abgestimmtes Programm. Dabei stand vor allem eines im Mittelpunkt: Mitmachen, Mitsingen und jede Menge Spaß!
Die Begeisterung sprang schnell auf alle über und gemeinsam wurde die Abtei mit Musik, Lachen und guter Laune erfüllt. Es war ein rundum gelungener Nachmittag, der sicher noch lange in Erinnerung bleibt.

Drei Freunde - Drei Tenöre - Ein Heimspiel
Manche Abende sind mehr als nur ein Konzert – sie werden zu unvergesslichen Momenten.
Als Michael Kurz, Stefan Lex und Thomas Heyer gemeinsam mit der wunderbaren Pianistin Sigrid Althoff die Bühne der Abteikirche bei den Rommersdorf Festspielen betraten, war die Vorfreude bereits riesig. Kein Wunder: Kaum war das Programm veröffentlicht, war das Konzert restlos ausverkauft.

Für Michael Kurz war es ein ganz besonderes Heimspiel. Der Heimbach-Weiser Tenor kehrte in seine Heimatregion zurück – dorthin, wo ihn viele Menschen seit Jahren begleiten und unterstützen.

Mit Leidenschaft, beeindruckenden Stimmen und großer Musikalität nahmen die vier das Publikum mit auf eine Reise durch die Welt der Oper und Operette. Von Verdis mitreißendem Trinklied aus der Oper LA TRAVIATA über Donizettis gefühlvolle Arie des Nemorino aus dem LIEBESTRANK bis hin zu Puccinis Arien aus TOSCA – jeder Moment sorgte für Gänsehaut.
Der emotionale Höhepunkt folgte schließlich mit „Nessun dorma“ aus Puccinis Oper TURANDOT – kraftvoll, berührend und voller Leidenschaft. Ein Augenblick, der die Abteikirche mit Begeisterung erfüllte.
Der lang anhaltende Applaus und die Standing Ovations waren der schönste Dank für einen Konzertabend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Thomas Rühmann & Band
Vielen dürfte Thomas Rühmann vor allem als Dr. Roland Heilmann aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ bekannt sein. Dass der Schauspieler jedoch ebenso leidenschaftlicher Musiker ist, konnten die Besucherinnen und Besucher im Englischen Garten der Abtei Rommersdorf während der Festspiele eindrucksvoll erleben. Gemeinsam mit seiner Band präsentierte er ein Konzert, das weit mehr war als eine musikalische Zugabe zu seiner Schauspielkarriere.
Mit viel Charme und augenzwinkernder Selbstironie erzählte Rühmann seinem Publikum, dass er früher „falsche Lieder“ gesungen habe. Gemeint war damit, dass er seine eigenen oder fremde deutsche Texte mit den Melodien internationaler Künstler wie Neil Young oder Mark Knopfler verband. Irgendwann reifte jedoch der Entschluss, „richtige Lieder“ zu machen – und so entstanden eigene Kompositionen, bei denen er selbst geschriebene Texte sowie Gedichte und Verse befreundeter Autoren und Dichter mit eigens komponierten Melodien verbindet.

Das Ergebnis ist ein ebenso feinfühliges wie authentisches musikalisches Gesamtbild. Poetische Texte treffen auf warme, handgemachte Arrangements, die zwischen Folk, Rock und Singer-Songwriter-Klängen pendeln. Mal nachdenklich und leise, mal kraftvoll und mitreißend, erzählen die Lieder von den kleinen und großen Geschichten des Lebens, von Sehnsucht, Hoffnung und Menschlichkeit. Rühmanns markante Stimme verleiht den Songs dabei eine besondere Nähe und Glaubwürdigkeit, während seine hervorragend eingespielte Band den Kompositionen mit viel musikalischem Feingefühl und Spielfreude den passenden Klangraum eröffnet.
So wurde der Abend im Englischen Garten zu einem stimmungsvollen Konzerterlebnis, das zeigte, dass Thomas Rühmann nicht nur auf der Theater- und Fernsehbühne überzeugt, sondern auch als Musiker mit Tiefgang und großer Leidenschaft sein Publikum zu begeistern weiß.
NORDIC SOUNDS

Ihre gemeinsame Leidenschaft für die alte Musik Nordeuropas brachte die Musikerinnen und Musiker von THE CURIOS BARDS im Jahr 2015 zusammen. Seitdem widmet sich das international besetzte Ensemble mit großer Leidenschaft der Wiederentdeckung mittelalterlicher und traditioneller Melodien aus Skandinavien, den Britischen Inseln und dem nordatlantischen Raum. Dabei verbindet es historische Quellen mit kreativer Musizierfreude und beeindruckt durch den authentischen Einsatz originalgetreu nachgebauter historischer Instrumente.

Im Rahmen der Konzertreihe RheinVokal waren THE CURIOS BARDS gemeinsam mit der Sopranistin Ilektra Platiopoulou zu Gast bei den Rommersdorf Festspielen. In der stimmungsvollen Kirche der Abtei entführten sie das Publikum auf eine musikalische Reise in die faszinierende Klangwelt Skandinaviens. Mal kraftvoll und rhythmisch, mal zart und beinahe mystisch erzählten die Lieder von der rauen Schönheit des Nordens, von Natur, Sehnsucht und alten Überlieferungen.
Besonders die außergewöhnlichen historischen Instrumente verliehen den Werken ihre unverwechselbare Klangfarbe und machten vergangene Jahrhunderte auf eindrucksvolle Weise hörbar. Die Musik vermittelte jenes besondere Mittsommergefühl, das viele mit dem Norden verbinden – geprägt von Licht, Weite und einer fast magischen Atmosphäre.
Es war Musik, die wie kaum eine andere die besondere Stimmung der Abteikirche aufgriff und den sakralen Raum erfüllte.
Das Konzert wurde vom SWR, aktiver Begleiter der Konzertreihe, aufgezeichnet.

Liebe à la Woody - Freie Bühne Neuwied
Wer Woody Allen kennt, kam bei der neuesten Inszenierung der FREIEN BÜHNE NEUWIED voll auf seine Kosten. Boris Weber und Nikolas Knauf spielten zwei Freunde, die sich gefühlt ausschließlich in Woody-Allen-Zitaten unterhalten – die reale Welt? Nebensache!


Richtig turbulent wurde es, als beide ausgerechnet derselben Frau (herrlich gespielt von Jule Menzel-King) verfielen. Liebe, Verwirrung und jede Menge Wortwitz inklusive. Und wie es sich für eine gute Komödie gehört, gab's natürlich ein Happy End – auch wenn die Traumfrau am Ende keinem der beiden gehörte.

Jule Menzel-King glänzte aber nicht nur als Schauspielerin sondern sie bewies auch ihr hervorragendes musikalisches Talent. Viele Evergreens machten den Abend im Englischen Garten der Abtei zu einem rundherum gelungenen Theatervergnügen.
Ein besonderes Highlight: Ella Weber, Boris Webers Tochter, stand als Hausdame mit auf der Bühne und sorgte mit stoischer Gelassenheit dafür, dass der Bourbon nie ausging. Liebe à la Woody – und jede Menge Filmzitate!

Jürgen Becker - Kabarett
Im türkisfarbenen Anzug, mit pinken Schuhen und schneeweißen Haaren betritt der Kölner Kabarettist Jürgen Becker die Bühne – und nimmt das Publikum mit auf eine ganz besondere musikalische Zeitreise.
Mit seinem Programm „Deine Disco – Geschichte in Scheiben“ verwandelte er den Abend in eine unterhaltsame Radioshow, bei der die Gäste selbst Teil des Programms werden. Ob bekannte Songs, Soundtracks oder Volkslieder – Becker analysiert Texte mit viel Humor, Scharfsinn und einem Augenzwinkern und zeigt, wie Musik uns bis heute prägt.
Immer wieder stimmt er Songs an und lässt das Publikum weitersingen – mit sichtbarer Begeisterung und jeder Menge Spaß.
Ein Abend voller Lacher, Denkanstöße und bester Unterhaltung – mit einem ausgesprochen gesangsfreudigen Publikum in Rommersdorf!

Gina & Glinda
Das Drag-Duo GINA & GLINDA mit einer spektakulären Travestie-Show voller beeindruckender Kostüme, mitreißender Lichtinszenierungen, Humor und außergewöhnlicher Gesangseinlagen, sorgte für ein volles Haus.
Ein Abend voller Lachen und musikalischer Überraschungen!
LaLeLu Unplugged


Mit beeindruckender Gesangsakrobatik, stimmungsvoller Lichtshow und der einzigartigen Atmosphäre der Abtei begeisterte das A-cappella-Quartett LaLeLu das Publikum.
Zum zweiten Mal waren die Hamburger zu Gast in der Abtei und zogen vom ersten Ton an ihre zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann.


Anja & Gerit Kling - Lesung
Den stimmungsvollen Schlusspunkt unter die diesjährigen Festspiele setzten Anja und Gerit Kling mit ihrer Lesung „Dann eben ohne Titel – wir konnten uns mal wieder nicht einigen“. Ehrlich, berührend und humorvoll erzählten sie Geschichten über Familie, Zusammenhalt und das Leben – ein unterhaltsamer Abschluss der Festspiele 2026.
(Fotos Wolfgang Hartmann)
