Die Abtei

Die ehemalige Prämonstratenserabtei Rommersdorf (zunächst 1117 als Benediktinerkloster gegründet, 1135 von Prämonstratensern übernommen) ist die älteste Niederlassung dieses Ordens auf dem Gebiet des alten Erzbistums Trier.

Geographisch gesehen liegt sie am Nordrand des fruchtbaren Neuwieder Beckens am Fuße einer zum Westerwald hin ansteigenden Hügelkette im heutigen Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis (oben in einer Ansicht nach Dupuis von 1789).

Als Juwel der Baukunst birgt das Kloster faszinierende mittelalterliche Architekturdetails im Übergang von Romanik zur Gotik, von beflissenen französischen Steinmetzen der Mutterabtei Floreffe ausgeführt. Barock und Rokoko zeugen von der späten Blütephase Rommersdorfs, wenige Jahrzehnte vor Auflösung des Konvents im Jahr 1803.

Seitdem geriet der Ort in Bedeutungslosigkeit, wurde seiner Kunstschätze beraubt, in Teilen zerstört, verfiel. Obgleich die Preußen im 19. Jh. die Bedeutung der mittelalterlichen Bauteile (Kreuzgang, Kapitelsaal, Abtskapelle) erkannten, geschah lange Zeit nichts (so wie in obiger Zeichnung von August v. Wille aus dem Jahr 1874 unschwer zu erkennen).

Erst mit der Gründung von Fördererkreis und Stiftung in den 70er Jahren - übrigens der ersten im Denkmalschutz tätigen Bürgerinitiative des Landes Rheinland-Pfalz - kam die Wende (oben eine Luftaufnahme von 1955, der bauliche Bestand war bis 1972 identisch).

Seitdem bieten die Rommersdorfer der interessierten Öffentlichkeit Einblicke in die ehemalige Abtei, zeigen die Ergebnisse stets fortschreitender Restaurierungsarbeiten. Zudem besteht seit den frühen 80er Jahren die Möglichkeit, die barocken Refektorien für die Ausrichtung von Feierlichkeiten anzumieten. Im ehemaligen Gäste- oder Krankenhaus, dem jüngsten Bau der Abtei - geplant von Nikolaus Lauxen, entstanden zwischen 1782 und 1784 - ist seitdem neben dem Stadtarchiv Neuwied eine Dependance des Landeshauptarchivs Koblenz eingerichtet, die beide dem Besucher wichtige Unterlagen schriftlicher Überlieferung zur Forschung offerieren.

Mit der "Orangerie" - eines Cafè-Restaurants mit kleiner, aber feiner Karte - wurde am 1. Juni 2011 ein lange gehegter Wunsch wahr, den Besuchern neben dem Genuss von Kultur und Baukunst auch Gaumenfreuden in historisch einmaligem Ambiente zu bieten.

Der barocke Französische Garten wurde im Zuge der BUGA nach alten Vorlagen neu bepflanzt, Englischer Garten und Alter Park stehen in der Tradition des im 19.Jh. in Mode gekommenen Landschaftsparks. Im Geviert des Kreuzgangs bietet die "Klosterapotheke" - ein feiner Kräutergarten - Einblicke in die Heilkraft mittelalterlicher Klöster nach Hildegard von Bingen (die gesamte Anlage im aktuellen Luftbild oben).

Kunstbegeisterte suchen in Rommersdorf nicht nur die einzigartigen Ornamente der Bodenfliesen im Kapitelsaal, sondern auch die ungewöhnlichen Bemalungen, die sehenswerte romanische und gotische Architektur. Theater- und Musikfreunde zieht es jeden Sommer in die Abtei, wenn das Kulturbüro der Stadt Neuwied hier im Kreuzgang eine ungewöhnliche Konzertreihe veranstaltet oder zu den Festspielen in die Abteikirche oder den Englischen Garten einlädt.

 

 

 

 

 

Abtei Rommersdorf-Stiftung 
Stiftsstraße 2
56566 Neuwied
Telefon: 02622 837365
E-Mail: 
abtei-rommersdorf@t-online.de

Aktuelle Meldungen

Führungen starten Ostern wieder

An Ostersonntag, 16. April 2017, beginnt die Führungssaison in der Abtei Rommersdorf. Ann nahezu allen Sonn- und Feiertagen ist dazu die Abtei von 13 - 18 Uhr für Besichtigungen geöffnet.

Erntedankfest 2016

Auch in diesem Jahr wurde das Erntedankfest der Pfarrenengemeinschaft Heimbach-Weis - Gladbach in der Abtei Rommersdorf gefeiert. Im Zusammenhang mit der Rommersdorfer Kirmes fand die Feier enormen Anklang in der Gemeinde.