"Mautapfel" und "Rhein. Bohnapfel" sind pomologische Botschafter der Abtei

„Siebte“ Obstbaumverteilung auf dem Gelände der Abtei Rommersdorf zur Erhaltung und Erweiterung des bedrohten Lebensraums Streuobstwiese

 

Zum Abschluss des diesjährigen Streuobstjahres – das vielen Obstbauern eine besonders üppige Ernte bescherte – verteilte die Kreisverwaltung Neuwied, Untere Naturschutzbehörde, zusammen mit dem Geschäftsführer der Abtei Rommersdorf-Stiftung, Dr. Reinhard Lahr, am Freitag, den 13. (November) wieder zahlreiche Obstbaum-hochstämme an Streuobstinteressierte (74 Einzelpersonen und Initiativen), hierunter allein 60 alte Apfel- und 15 alte Birnensorten.

 „Wir freuen uns, wieder hier in Rommersdorf sein zu dürfen, der Keimzelle des Obstbaus im Neuwieder Becken“, so Michael Mahlert, 1. Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent. Hier in der ehemaligen Prämonstratenserabtei wurde um 1780 der „Mautapfel“ gezüchtet, wahrscheinlich auch dessen Mutter, der „Rheinische Bohnapfel“, den die französischen Revolutionssoldaten zwischen 1793 und 1798 bereits wertschätzten und mit „bon“ belegten, woraus die spätere Bezeichnung erwuchs, und der 1922 als Reichsobstsorte weite Verbreitung fand. 


„In diesem Jahr haben wir die enorme Menge von 600 Obstbäumen an Streuobst-wiesenbesitzer verteilt“ erläutert Mahlert weiter, der mit Landrat Achim Hallerbach der Verteilaktion beiwohnte. „Dies allein ist eine große logistische Leistung. Deshalb sind wir sehr dankbar, dass wir von der Abtei Rommersdorf-Stiftung, hier besonders von Reinhard Lahr und den Baumwarten aus Heimbach-Weis – Tobias Sauerborn und Jonathan Schäfer – sowie dessen Bruder Benjamin, Reimund Stockhausen und Ulli Theis von der Abtei Rommersdorf-Stiftung und Johannes Blum von Culterra bei dieser Aktion unterstützt wurden. Ohne die ehrenamtliche Hilfe könnte der Kreis nicht so viele Maßnahmen im Streuobstbereich durchführen.“ Vonseiten der KV waren Nadine Kley, Anne-Katrin Wagner, Rosina Kusche-Knirsch, Börries Schlimbach und Markus Lankes bei der Verteilaktion aktiv. 



Damit die große Verteilaktion auch dieses Jahr reibungslos verlaufen konnte, wurde wieder – dank des Rommersdorfer Landwirts Norbert Oest – der Wirtschaftshof hinter dem „Engeltor“ genutzt. Jungbauer Christian Hahn hatte die Bäume mit seinem Gefährt aus der Baumschule nach Rommersdorf befördert und beim Abladen geholfen.

Coronabedingt wurde der nötige Abstand gewahrt und auf eine allgemeine Beköstigung wie in den Vorjahren verzichtet. Der Pandemie zum Trotz bereicherten sich Naturschutz und Denkmalschutz gegenseitig, so dass die Abnehmer großzügig für den Erhalt des Kulturdenkmals und Kleinods Rommersdorf spendeten, hatte doch auch die Stiftung durch den Ausfall fast aller Veranstaltungen in diesem Jahr hohe finanzielle Einbußen.


Abtei Rommersdorf-Stiftung 
Stiftsstraße 2
56566 Neuwied
Telefon: 02622 837365
E-Mail: 
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