Der "Mautapfel" als kulinarischer Botschafter der Abtei

Streuobstseminar vom 10. Oktober 2014 gibt Einblicke in die Geschichte des Obstbaus vor Ort, die Pomologie des Mautapfels sowie neueste Bemühungen, diese Sorte auf Jungbäumen in den umliegenden Gemarkungen wieder zu verbreiten.

Der „Mautapfel“ ist eine alte Apfelsorte, die im späten 18. Jh. in Rommersdorf als Mutante des „Rheinischen Bohnapfels“ kultiviert worden sein soll.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres hat der Geschäftsführer der Abtei Rommersdorf-Stiftung, Dr. Reinhard Lahr mit finanzieller Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Neuwied von noch bestehenden Mautapfelbäumen Edel- oder "Poss-"Reiser geschnitten und diese auf Sämlinge aufpfropfen lassen. Neben der Neupflanzung junger Mautapfelbäume wurden zudem bereits größere Bäume vor den Toren der Abtei umveredelt, um den Mautapfel wieder im Umfeld ihrer historischen Heimat anzusiedeln. Aus alten Quellen ist zu entnehmen, dass noch Mitte des 19. Jahrhunderts auf den Wiesen und in den Gärten der damals bereits aufgelösten Abtei rund 2.000 Obstbäume standen, davon etwa 1.000 Apfelbäume.

Dr. Reinhard Lahr ist einer von immer mehr Privatpersonen, die Liebhaberobstanbau betreiben, wobei meistens aus den Früchten Saft hergestellt wird. Gegenüber dem konventionellen Obstanbau steht hier oft das gemeinsame Bestreben im Verein, die landschaftsprägende Kulturlandschaft wieder zu beleben, im Vordergrund. Aber nicht nur Saft wird hergestellt, sondern man ließ auch einen Apfelschnaps brennen. Als Basis für den Klosterbrand werden der Rheinische Bohnapfel und der Mauptapfel gewählt. Dem Erhalt dieser beiden Sorten haben sich Reinhard Lahr und seine Mitstreiter, das Ehepaar Sylvia und Hans Kläs, sowie Elisabeth und Werner Nink aus Heimbach-Weis verschrieben. Im Frühjahr 2014 konnte der vor Jahren auf Wiesen der Familie Kläs in Weitersburg geerntete Mautapfel, dessen Früchte bei der Brennerei Wasl in Gönnersdorf zu Klosterbrand „veredelt“ wurden, in Rommersdorf der Öffentlichkeit vorgestellt werden, wobei ein Teil des Verkaufspreises von 12,- € der Stiftung zu gute kommt.

Das Ehepaar Nink, vielen Apfelbesitzern bekannt, weil dort in Ninks Saftladen aktuell die eigenen Äpfel zu Saft gepresst werden können, hat noch eine weitere Vermarktungsmöglichkeit für die geernteten Äpfel gefunden und daraus einen Apfel-Holunder-Sekt hergestellt, der zu 9,50 € pro Flasche (im Sechserkarton zu 55,- €) in Ninks Saftladen erworben werden kann. Die Familie Nink besitzt mehr als 120 Apfel-, daneben zahlreiche Pflaumen- und Kirschbäume.

Auch die Naturschutzbehörde aus unserem Nachbarkreis Mayen-Koblenz ist an den vielfältigen Aktionen rund um das Streuobst interessiert und hat zusammen mit der Naturschutzbehörde des Kreises und Herrn Dr. Lahr eine Exkursion von Streuobstinteressierten in die Abtei Rommersdorf organisiert.

Schon seit Jahrhunderten prägt die Abtei Rommersdorf die Region rund um Neuwied. Das Kulturdenkmal begeistert sowohl historisch interessiertes Publikum als auch Gartenfreunde und Architekturliebhaber. Einige Mitglieder des Fördererkreises der Abtei Rommersdorf engagieren sich auch im Bereich Streuobst. Viele Streuobstwiesen rund um die ehemalige Abtei, die traditionell das Landschaftsbild der Region prägen, werden vom Verbuschen bewahrt.

Der Geschäftsführer der Abtei Rommersdorf-Stiftung - Dr. Reinhard Lahr - erläuterte bei einem Vortrag im Sommerrefektorium deren einstige Bedeutung für die Sortenzüchtung, insbesondere für den „Mautapfel“, aber auch die „Knappkirche“.

Bei einer Begehung vor den Toren der Abtei hatten die Teilnehmer dann Gelegenheit, neben einzelnen neu gepflanzten Apfelbäumen alter Sorten auch bereits größere umveredelte Bäume mit ihren Früchten kennen zu lernen und mehr über die Besonderheiten der Sorten zu erfahren.

Zum Abschluss erfolgte eine Verkostung von Apfelsaft aus der Region, Uschi Lahrs leckerem "Apelbrot" und des Mautapfel-Brandes sowie die Vorstellung eines Apfel-Holunder-Sektes im Winterrefektorium.

42 Teilnehmer genossen Kultur- und Gaumenfreuden im historisch einmaligen Ambiete der Abtei Rommersdorf.

 

Abtei Rommersdorf-Stiftung 
Stiftsstraße 2
56566 Neuwied
Telefon: 02622 837365
E-Mail: 
abtei-rommersdorf@t-online.de

Aktuelle Meldungen

Tertiaren treten in Rommersdorf zusammen

Die Prämonstratenser-Tertiaren treffen sich am Pfingstmontag 2018 in der ehemaligen Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf zu ihrem jährlichen Pfingstkonvent. Auf der Tagesordnung stehen erfreulicherweise auch einige Neu-Einkleidungen und Neuaufnahmen.

Führungen starten Ostern wieder

An Ostersonntag, 1. April 2018, beginnt die Führungssaison in der Abtei Rommersdorf.           An nahezu allen Sonn- und Feiertagen ist dazu die Abtei von 13 - 18 Uhr für Besichtigungen geöffnet.

Neueröffnung der Orangerie an Palmsonntag 2018 ab 11 Uhr

Pasquale Montemurri ist der neue Betreiber der Orangerie.     Er bringt mit einer bunten Mischung aus Süßem und Herzhaftem neuen Schwung in das Terrassenlokal oberhalb des Französischen Gartens.            Lassen Sie sich vom köstlichen Tortenbuffet, original italienischen Eiskreationen oder Herzhaftem aus der mediterranen und deutschen Küche verwöhnen.

Geöffnet ist jeden Tag außer montags, von 12 Uhr an.